Altenberge - Es braut sich was zusammen an der Kläranlage. Und das werden auch die Bürger zu spüren bekommen. „Zahlen kann man noch nicht nennen, das wäre reine Spekulation“, meint Bürgermeister Jochen Paus. Sicher ist aber eins: die Abwassergebühren werden in absehbarer Zeit steigen. „In einem Rahmen, mit dem wir uns gegenüber anderen Gemeinden aber noch durchaus sehen lassen können“, ist der Bürgermeister überzeugt. Die Kläranlage ist sanierungsbedürftig, rund 1,3 Millionen Euro müssen investiert werden. Der Eschhuesbach, in den das geklärte Wasser eingeleitet wird, hat in den vergangenen zehn Jahren an Gewässergüte verloren. „Die Bezirksregierung hat neue Parameter festgesetzt, die wir einhalten müssen“, so Paus. Besonders der Grenzwert für Phosphor sei heruntergesetzt worden. „Es fällt möglicherweise schwer, diesen Wert besonders im Winter einzuhalten“, macht der Bürgermeister deutlich. Und im Jahr 2012/2013 sei außerdem eine Änderung der Klärschlammverordnung abzusehen. Auch dieses werde für die Gemeinde Konsequenzen haben. Wird der Schlamm bisher noch auf landwirtschaftlicher Fläche ausgebracht („davon profitiert der Gebührenzahler“) wird dieses in Zukunft schwer. Und so hat Professor Dr. Markus Schröder vom Büro Tutthas &Meyer geplant und gerechnet und dem Bürgermeister ein Papier vorgelegt, unter dem die Gesamtsumme von 1,3 Millionen Euro steht. 550 000 Euro sind dabei für ein neues Vorklärbecken inklusive Faulung enthalten. Das soll dafür sorgen, die neuen Richtwerte besser einhalten zu können. Hierfür wird ein vorhandenes Schlammsilo umgebaut, um ihn anschließend für die Faulung zu nutzen. Ein Blockheizkraftwerk soll das Gas anschließend in Strom umwandeln, der auf der Anlage genutzt wird. „Eine Einspeisung lohnt sich nicht“, so Paus.
Im zweiten Atemzug ist der Neubau eines zweiten Nachklärbeckens notwendig. Kostenpunkt hier: 708 000 Euro.