Bösensell - Zwei geschwungene Holzklötze liegen nebeneinander auf einem Tischchen. „Welches ist das größere Klötzchen?“, fragt ein Junge schelmisch grinsend seinen Vater. Relativ ratlos betrachtet der Mann das Tischchen. „Das Obere?“, lautet schließlich der vorsichtige Versuch. Kinderlachen, schnell werden die Klötzchen aufeinander gestapelt: „Beide gleich groß, das ist eine optische Täuschung!“
Dieses und ähnliche Gespräche zwischen Jung und Alt gab es zuhauf auf der „Miniphänomenta“ in der Grundschule Bösensell zu hören. Seit Anfang der Woche sind die Grundschüler aufgefordert, naturwissenschaftlichen Phänomenen auf die Spur zu gehen (WN berichteten). Am Samstag konnten nun auch einmal die Eltern an den zahlreichen Stationen ihr Wissen zu Physik, Chemie und Akustik erweitern.
Das Prinzip der „Miniphänomenta“ ist schnell beschrieben: „Lernen durch Ausprobieren.“ An den Stationen finden sich keine Erklärungen, stattdessen soll selber nach Lösungen gesucht, kurzum selber geforscht, werden. Kein Wunder, dass das Projekt in NRW durch die Arbeitgeberverbände angestoßen wurde, mit dem Ziel bereits Kinder und Jugendliche für die Naturwissenschaften zu begeistern. Über einen weiteren Sponsor aus Bösensell freute sich Schulleiterin Normann besonders: „Die Firma Klabautschke hat uns für die Dauer der Ausstellung viele Pflanzen überlassen, die der Ausstellung einen schönen Rahmen geben!“
Den Nachwuchsforschern war dies alles herzlich egal, auch nach einer Woche ist die Begeisterung für die verschiedene Experimenten ungebrochen. Davon ließen sich zögerlich ebenfalls die Eltern anstecken. Auch wenn die meisten Erwachsenen recht schnell bemerkten, dass zwei Stunden viel zu wenig Zeit sind, um die „Miniphänomenta“ zu besuchen. So stellte auch der junge Forscher, immerhin mit einer Woche mehr Zeit zum Ausprobieren ausgestattet, fest: „Mach dir nichts draus, Papa, ich hab das auch nicht direkt hinbekommen.“