„Edith-Stein-Schule ist kein Auslaufmodell“

Rainer Leifken: Edith-Stein-Schule ist ein Ort, an dem nicht nur gelernt, sondern auch gelebt wirdFoto:
Rainer Leifken: Edith-Stein-Schule ist ein Ort, an dem nicht nur gelernt, sondern auch gelebt wirdFoto:
(di)


Senden - Seit Jahren wird im politischen Raum über den Fortbestand des dreigliedrigen Schulsystems kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt mit Blick auf die rückläufigen Schülerzahlen steht die Hauptschule auf dem Prüfstand. WN-Redakteur Siegmar Syffus fragte Rainer Leifken, den Rektor der Edith-Stein-Schule, wie sich die Situation in Senden darstellt.

Land auf Land ab ist zu hören, die Hauptschule sei ein Auslaufmodell. Wie sieht die Zukunft für die Edith-Stein-Schule aus?



Rainer Leifken: Die Edith-Stein-Schule ist sicher kein Auslaufmodell, denn wir haben 36 feste Anmeldungen und damit auch im nächsten Schuljahr die Zweizügigkeit gesichert. Dennoch ist auch uns klar, dass der Begriff „Hauptschule“ in den letzten Jahren sehr gelitten hat und dadurch die gute Arbeit, die an den Hauptschulen geleistet wird, wenig Anerkennung findet.

Wie erklären Sie sich diese recht hohe Zustimmung gegen den landläufigen Trend?

Rainer Leifken: Zunächst liegt die gute Anmeldezahl an den realistischen und pädagogisch sinnvollen Empfehlungen durch die Grundschulen. Aber auch der gute Ruf der Edith-Stein-Schule trägt zu den Anmeldezahlen bei und sorgt sogar für Anmeldungen aus anderen Gemeinden. Zusätzlich wirkt sich das Ganztagsangebot und das gute äußere Erscheinungsbild der Schule positiv aus.

Was sind die besonderen Stärken Ihrer Schule - auch mit Blick auf künftige Anforderungen?

Rainer Leifken: Da ist natürlich unser Ganztagsangebot zu nennen, das uns erheblich mehr Möglichkeiten zur Förderung, zur Schulung der Grundkompetenzen und zur Werteerziehung gibt. Schülerinnen und Schüler erleben die Schule durch unsere umfangreichen Projektangebote als einen Ort an dem nicht nur gelernt, sondern auch gelebt wird. Eine weitere Stärke unserer Schule ist die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in die Lehrstelle und in den Beruf. Gegen anderslautende Aussagen über Hauptschüler vermitteln wir immer noch etwa 50 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler in den Beruf. Das liegt natürlich auch an den guten Kontakten zu den ortsansässigen Unternehmen und diversen außerschulischen Institutionen. Zuletzt ist noch das engagierte Team aus pädagogischen und nichtpädagogischen Kräften zu nennen, das die vielen guten Ideen an der Edith-Stein-Schule umsetzt und für den guten Ruf der Schule sorgt.

Wie stehen Sie einer Zusammenarbeit oder einem möglichen Zusammenwachsen Ihrer Schule und der Realschule gegenüber?

Rainer Leifken: Bei den vorhandenen guten Anmeldezahlen stellt sich diese Frage zur Zeit nicht, da dadurch das dreigliedrige Schulsystem in Senden Bestand hat. Was in Zukunft passieren wird, hängt von der Landespolitik und den Entscheidungen des Schulträgers ab. Allerdings ist mir auch klar, dass Schule sich weiter verändern muss, und da bin ich für alle Maßnahmen offen, die unseren Jugendlichen helfen und sie auf das „Leben“ bestens vorbereiten.

VON SIGMAR SYFFUS, SENDEN

03 · 03 · 10



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