Gemeinsam umgestalten

Mit der Eröffnung der neuen Umgehung ist es im Dorf schlagartig ruhig geworden. Jetzt gilt es, etwas aus dem Ortskern zu machen.
Mit der Eröffnung der neuen Umgehung ist es im Dorf schlagartig ruhig geworden. Jetzt gilt es, etwas aus dem Ortskern zu machen.


Darup - Nach der Inbetriebnahme der Umgehungsstraße ist es in Darups Ortskern ruhig geworden, von ehemals 13.000 Fahrzeugen täglich sind nur noch 1400 übrig geblieben. Beste Voraussetzungen, die Ortsdurchfahrt umzugestalten. Diesen Wunsch teilen alle Daruper mit Politik und Verwaltung. Wer allerdings dafür bezahlen soll, das ist ein Thema, das noch des Öfteren auf die Tagesordnung kommen wird.

Das wurde deutlich, als die Verwaltung am Mittwoch einen ersten Entwurf für die mögliche Gestaltung vorstellte. Anlieger sorgen sich darum, dass die Finanzierung ihnen aufgebürdet wird. „Ihre Sorgen sind nicht unbegründet“, bestätigte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und versprach, dass die Planung so transparent gemacht werden soll, dass immer, wenn es um Geld geht, die Betroffenen auch frühzeitig informiert werden. Zurzeit sei man aber noch lange nicht so weit, über Kosten sprechen zu können.


Und auch Söhnke Wilbrand betonte, dass man kein fertiges Konzept vorstelle, sondern einen ersten Ansatz, in den die Ideen der Bürger mit einfließen sollen. „Wir wollen vor Ort mit ihnen über die Pläne und Vorstellungen sprechen“, betonte der Fachbereichsleiter. Das soll im Laufe des Jahres geschehen.

Von Westen kommend bis zur Einmündung Roruper Straße (K48) könnte nach den Plänen der Verwaltung die Straße verengt werden, weil sie nur noch für die Anlieger da ist. Breitere Bürgersteige, Begrünung, Platz für die Außengastronomie beim Landgasthaus Egbering - das waren die Stichworte. Aufgenommen wurde hier der Bürgervorschlag, den Weg bis zur Brücke zu gestalten. Das sei auch touristisch interessant, weil von dort die Kapelle zu erreichen und eine Rundwanderung um Darup möglich sei.

Als zentraler Bereich wird der Abschnitt von der Kreisstraße bis zur Einmündung Neuer Weg definiert - „Das ist für die Förderung wichtig“ (Wilbrand). Dieses Stück soll eine „dorftypische Pflasterung“ erhalten, Bürgersteige und Fahrbahn sollen auf eine Ebene gelegt, Abzweigungen in Nebenstraßen aufgeweitet werden, der Platz vor der Kirche könnte zur Straße geöffnet, der Parkplatz an der Kirche zum Treffpunkt werden.

Die Ampel sollte durch eine „optische Querungshilfe“ ersetzt werden, schlug Wilbrand vor. Paul Leufke (CDU) sah den Bedarf für die Ampel wegen der Kindergartenkinder allerdings noch gegeben. „Wir werden das beobachten“, einigte man sich. Dass die Straße Richtung Rorup dunkel und bis zur Gartenstraße ohne Bürgersteig ist, sei eine Gefahrenquelle, merkten Bürger an. In Sachen Beleuchtung ist die Gemeinde schon am Ball, sagte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider.

Der östliche Abschnitt Richtung Nottuln soll - ähnlich wie der westliche Teil - verengt und begrünt werden. Ob man die Lärmschutzwälle in diesem Bereich wegnehmen könnte, fragte Roswitha Roeing-Franke (CDU). Man werde auch diese Idee mitnehmen, sagte Wilbrand.

Das Thema Verkehrsführung - an der Billerbecker Straße würden die Anlieger nervös, weil sie befürchten, dass der Verkehr zu ihnen verlagert wird, berichtete ein Bürger - soll im Rahmen des Verkehrsentwicklungskonzeptes in einer Ortsteilwerkstatt diskutiert werden, die gestalterischen Fragen in dem Vor-Ort-Termin besprochen werden, schlug Wilbrand vor.

„Wasser in den Wein“ gab Bürgermeister Schneider. Ideen zu entwickeln sei richtig und wichtig, die Umsetzung aber koste Geld. „Und Sie alle kennen unsere Situation, da brauche ich nicht viele Worte zu machen.“

VON FRANK VOGEL, NOTTULN

11 · 03 · 10



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