Nottuln - „Sing lieber leise, sonst wird Segestes noch wach.“ - „Der sieht ja aus wie ein Mädchen.“ - „Arminius hat Thusnelda geklaut.“ Solche Ratschläge und Aussagen hörte man am Sonntagnachmittag häufig im Forum des Gymnasiums von den Kindern, die begeistert bei der Mitmachoper „Thusnelda“ des Landestheaters Detmold mitfieberten. Der Kunst- und Kulturverein Nottuln hatte das Landestheater eingeladen, um den Kindern das Genre Oper näher zu bringen.
Fantastisch begleitet wurden die Sänger und Schauspieler am Flügel von Sachie Mallet vom Landestheater Detmold mit der Musik aus „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
Mit Witz, Charme und tollen Schauspiel- sowie Gesangskünsten brachten die Detmolder Schauspieler die Geschichte der dickköpfigen Thusnelda, die gegen den Willen ihres Vaters Segestes den Cherusker Arminius heiraten will, auf die Bühne.
Malvin, der sich den Kindern als ein Freund vorstellte, erklärte den jungen Zuschauern auf humorvolle Weise die Geschichte der Thusnelda sowie den Unterschied zwischen Tenor, Sopran und Bass. Mit Malvin durften die Kinder auch auf Römerjagd gehen. Dabei mussten sie sich, um zu laufen, alle auf die Oberschenkel klopfen, um eine Brücke zu überqueren auf die Brust hauen, oder um auf einen Baum zu klettern, die Hände nach oben strecken. Mit viel Freude und lautem Gelächter wurde der Schauspieler von den Kindern imitiert.
Und auch die längst vergangene Vorzeit wurde den Kindern auf diese Weise verständlich näher gebracht. „Die Geschichte war sehr spannend, aber auch lustig. Es hat Spaß gemacht“, hörte man die Kinder aus dem Publikum berichten. Auch die 2. Vorsitzende des Kulturvereins, Ulla Wolanewitz, war mit dem Nachmittag zufrieden. „Das war super. Die Kinder sind richtig mitgegangen, und auch den Eltern hat es gut gefallen.“
Bereits seit 2008 präsentieren Esther Mertel, die die Thusnelda spielt, Markus Gruber als Arminius, Klaus Belzer als Segestes und Marco Struffolino, der den Malvin verkörpert, die Oper „Thusnelda“ unter der Regie von Ute M. Engelhardt. „Heute war es leider unsere letzte Vorstellung. Aber es war ein toller Abschluss“, berichtete Esther Mertel zufrieden, aber auch ein wenig wehmütig.