40 Prozent CO2-Einsparung

Sind stolz auf ihre neue Errungenschaft: Martina und Jochen Klaes ließen das erste Mikro-Blockheizkraftwerk in Norddeutschland in ihrem Haus installieren.
Sind stolz auf ihre neue Errungenschaft: Martina und Jochen Klaes ließen das erste Mikro-Blockheizkraftwerk in Norddeutschland in ihrem Haus installieren.


Nottuln - „Das ist ein sehr schöner Tag“, freute sich am Mittwochabend Dr. Rainer Möllenkamp, Mitglied des Agenda-Forums Bauen und Wohnen der Gemeinde Nottuln. „Ein Jahr intensiver Arbeit hat sich gelohnt.“ Das erste Mikro-Blockheizkraftwerk in einem Einfamilienhaus in Norddeutschland steht nun in Nottuln, genauer in der Jesse-Owens-Straße.

Martina und Jochen Klaes haben das moderne Heizkraftwerk - einen so genannten „Whispergen“ - in ihrem Keller aufstellen lassen. Das Agenda-Forum Bauen und Wohnen konnte das neue System am Mittwoch bestaunen. Im Gegensatz zu den großen Blockheizkraftwerken - auch dem der Gemeinde Nottuln - ist das neue Mikro-BHKW mit 7 kW thermischer Leistung für den Einsatz in Einfamilienhäusern entwickelt worden. Möllenkamp: „Alle bisher vorgestellten Anlagen mit ca. 25 kW sind für ein klassisches Einfamilienhaus zu groß und somit wenig geeignet.“ Aber selbst in diesem kalten Winter reiche die Leistung des Whispergens vollkommen aus, denn er verfüge über weitere 7 kW Reserve.


Der Block des Mikro-BHKW ist so groß wie eine Waschmaschine und leiser als eine Spülmaschine, stellten die Agenda-Mitglieder fest. Auf Gasbasis wird gleichzeitig Wärme für die Heizung und das Brauchwasser sowie Strom erzeugt. Möllenkamp: „So spart man gegenüber einem Strombezug vom Großkraftwerk bis zu 40 % seiner CO2-Emissionen ein.“

Die Familie Klaes wollte nach 20 Jahren die alte Heizung nicht gegen irgendein System austauschen. Klimaschutz und Energieeinsparung lag ihr am Herzen. Mit dem Einbau des BHKW wurde gleichzeitig das Heizsystem renoviert: Hocheffizienzpumpen, die nur noch ein Zehntel des Stroms brauchen im Vergleich zu den alten Pumpen, wurden eingebaut. Die Handwerker spülten die Heizrohre und erhöhten durch einen hydraulischen Abgleich weiter die Effizienz.

Den selbst erzeugten Strom verbraucht die Familie selbst. Überschüssige Energie wird ins Netz eingespeist. Eine Förderung vom Bund, von Gelsenwasser und auch Finanzierungsmöglichkeiten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) machen den Einbau eines Blockheizkraftwerkes auch finanziell lukrativ, heißt es in der Pressemitteilung des Agenda-Forums.

Nach Auskunft des Forums werden in den kommenden Wochen weitere Whispergens in Nottulner Einfamilienhäusern eingebaut. Gleichzeitig entwickelten die Agenda-Mitglieder schon Zukunftsideen.  Das Blockheizkraftwerk könne auch mit Biogas betrieben werden. Und es sei möglich, viele kleine Blockheizkraftwerke in einem Verbundnetz zusammenzuschließen. So könne ein virtuelles größeres Kraftwerk entstehen, das Spitzenbedarfe in der Stromversorgung abfange.

Wer sich für die neue Technologie interessiert, kann sich an Dr. Rainer Möllenkamp, Telefon 02502/1334, wenden.


04 · 03 · 10



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