Mehr Detektive im Einsatz?
Nottuln - Die Polizei im Kreis Coesfeld hat am Mittwoch für das Jahr 2009 eine positive Kriminalitätsbilanz gezogen. Die Zahl der bekanntgewordenen Straftaten sank kreisweit um 2,76 Prozent auf 12 664. Von dieser Entwicklung sind allerdings Ascheberg, Coesfeld und Nottuln ausgeklammert. In diesen drei Kommunen stieg die Zahl der Straftaten. In Nottuln von 954 (Jahr 2008) auf 1031 bis Ende 2009.

Ist Nottuln unsicherer geworden? Rein statistisch ja, doch die Wirklichkeit ist natürlich komplizierter, wie Polizeihauptkommissar Martin Pollmann, Sprecher der Polizei Coesfeld, auf WN-Anfrage erklärte. Angesichts der insgesamt geringen Fallzahlen kann schon ein einzelner Serientäter die Statistik gewaltig beeinflussen. Auch das Anzeigeverhalten im jeweiligen Betrachtungsjahr spielt nach Auskunft von Pollmann eine große Rolle. Deutlich wird dies in der Bilanz für Nottuln am Delikt Ladendiebstahl. Im Jahr 2008 wurden der Polizei 18 Ladendiebstähle gemeldet. 2009 waren es plötzlich 38. „Wenn die Ladendiebstähle so stark steigen, ist das meistens ein sicheres Indiz dafür, dass die Händler verstärkt Ladendetektive einsetzen“, erklärte Pollmann. Vor allem die großen Handelsketten machten davon Gebrauch.


Knapp 46 Prozent aller Straftaten in Nottuln fallen in den Bereich Diebstahl (473 Fälle, 31 mehr als in 2008). So verzeichnet die Polizeistatistik zum Beispiel 46 Diebstähle aus Kfz (+17), 36 Diebstähle von Kfz-Teilen (+10) und 164 Fahrradiebstähle (+5). Deutlich gesunken ist dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche von 32 auf 18.

Die Zahl der sogenannten Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (darunter auch Raub und Körperverletzung) stieg von 119 auf 138, die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erhöhte sich von 7 auf 8. Bis Ende 2009 registrierte die Polizei außerdem 185 Sachbeschädigungen (+15) und 19 Rauschgiftdelikte (+6).

Die Aufklärungsquote für Nottuln lag 2009 nahezu unverändert bei 42,58 Prozent. Insgesamt ermittelte die Polizei in Nottuln 391 Tatverdächige (+22). 38 Prozent (149 Personen) sind unter 21 Jahre alt (+ 5 Prozent). Dominierend bei den unter 21-Jährigen ist die Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen mit 83 Tatverdächtigen.

Außerdem: Kriminalität ist ein Männerpro­blem. Knapp 81 Prozent aller Tatverdächtigen sind männlich.

VON LUDGER WARNKE, NOTTULN

03 · 03 · 10



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