An 365 Tagen im Einsatz

Eine Reihe von Feuerwehrleuten wurde am Freitagabend im Rahmen der Generalversammlung für besondere Verdienste geehrt oder in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet (ausführlicher Bericht folgt).Foto:
Eine Reihe von Feuerwehrleuten wurde am Freitagabend im Rahmen der Generalversammlung für besondere Verdienste geehrt oder in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet (ausführlicher Bericht folgt).Foto:
(mib)


Lüdinghausen - „Was ist eine Feuerwehr der Größe der Lüdinghauser wert? Diese Frage stelle ich mir jedes Jahr, wenn es in die neuen Haushaltsverhandlungen geht“, sagte Stadtbrandinspektor und Wehrführer Günter Weide bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Freitagabend im Heimathaus in Seppenrade. Wie ein roter Faden zog sich diese Frage durch die harmonische Versammlung. Eine passende Antwort konnte keiner der Redner geben.

Weide betonte in seinem Bericht, dass in Zeiten knapper Gelder genau überlegt werden müsse, wie das Geld verteilt wird. Neben der Feuerwehr sind viele Vereine auf die finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen, doch die Feuerwehr sei kein Verein, sondern eine Einrichtung der Stadt. Und die kann froh sein, dass es hier noch eine Freiwillige Feuerwehr gibt. Das sollte mit allen Mitteln möglichst lange erhalten bleiben. Es gebe in Europa Länder, in denen der Brandschutz in private Hände aussortiert wird. „Wir sind hoch motiviert, lassen uns gerne ausbilden und sind immer für die Bürger da, auch wenn die Einsätze immer schwieriger werden und die Wehr immer häufiger gefragt ist“, so Weide.


208 Mal rückte im vergangenen Jahr die Feuerwehr aus, um zu helfen. Zu den besonderen Einsätzen zählte die Suche nach Felix Steber und der Clorgasunfall am Cani. „Demjenigen, der uns braucht, dem sind wir wertvoll. Nicht in Euro gerechnet, sondern im Leisten schneller Hilfe“, sagte Weide, der die gute Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen in der Stadt lobte. Ein von Maike Weide, Mario Mentel, Andre Rust und Thorsten Voss erstellter Film unter dem Titel „Was denkt Lüdinghausen über die Feuerwehr“ spiegelte wider, wie die Feuerwehr mit ihren rund 120 Wehrleuten von den Bürgern, aber auch den Betrieben, die häufig ihre Mitarbeiter zu Einsätzen abstellen müssen, wahrgenommen wird. Immer wieder gelobt wurde von den Interviewpartnern die gute Nachwuchsarbeit in der Jugendfeuerwehr.

„Zählen wir zu den 208 Einsätzen die vielen Dienstabende und Sonderdienste hinzu, kommen wir auf 365 Tage im Jahr, in denen wir rund um die Uhr ehrenamtlich für unsere Bürger im Einsatz sind. Dank neuer Geräte sind wir so erfolgreich. Dafür danken wir der Stadtspitze und dem Rat, die immer ein offenen Ohr für die Belange der Feuerwehr haben“, sagte Lüdinghausens Löschzugführer Klaus Hesselmann. Sein Seppenrader Kollege Heiner Muhle dankte Günter Weide, dass er für weitere sechs Jahre die Leitung der Feuerwehr übernommen habe.

Dass die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst noch sehr aktiv sind, war dem Bericht von Werner Becker zu entnehmen. „Das vergangene Jahr war für uns sehr aufregend“, begann Jannis Dammann seinen Bericht über die Jugendfeuerwehr. Wie gut der Nachwuchs ausgebildet ist, zeigen die Gewinne des „Fit-for Fire- und des Franz-Josef-Frye-Pokals“. Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt zur Partnerstadt Taverny, mit einem Ausflug nach Paris.

Bürgermeister Richard Borgmann zeigte sich begeistert von der Erfolgsbilanz der Feuerwehr. „Die Bevölkerung ist zu großem Dank verpflichtet. Der Wert der Verdienste kann nicht in Geld gemessen werden. Anders als in einem Film ist bei einem Einsatz das Ende nie vorhersehbar. Nur mit großer Erfahrung und Besonnenheit sowie mit beispielgebenden Engagement können Sie Ihre Aufgaben erledigen“, lobte Borgmann seine Wehrleute. Dem konnten sich Dieter Tüns (CDU), Arthur Friedenstab (SPD), Peter Mönnig (Die Grünen), Markus Kehl (UWG) und Günter Reismann (FDP) in ihren Grußworten nur anschließen. Alle zollten Respekt und Anerkennung und versprachen, die Arbeit weiter zu unterstützen, da eine Berufsfeuerwehr die Stadt in die Pleite führen würde.

Dass es bei der ganzen Harmonie des Abends aber noch einige Baustellen gibt, zeigte Günter Weide zum Abschluss der Versammlung. Einige Fahrzeuge haben 20 Jahre und mehr auf dem Buckel. Hier besteht in den kommenden Jahren Handlungsbedarf.


07 · 03 · 10



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