Senden. „Das letzte Mal habe ich hier die Buchs‘ nass gekriegt“, erinnerte sich Unterbezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter André Stinka schmunzelnd an seinen Besuch in Senden. Das war im Sommer bei der gemeinsamen Fahrradtour mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Angelica Schwall-Düren, hinter der er nach eigenen Angaben „immer hergehechelt ist“. Das war am Samstag beim SPD-Unterbezirksparteitag anders. Unter dem Dach des Hotels Niemeyer gab‘s keine kalte Dusche für den Dülmener und er stand auch nicht im Schatten der SPD-Promi-Frau, sondern im warmen Stimmen-Regen: Mit 54 von 54 Stimmen – es gab keinen Gegenkandidaten – wurde der 43-jährige Justiz-Angestellte für zwei weitere Jahre wiedergewählt. Keiner konnte sich daran erinnern, dass das vor ihm je ein SPD-Unterbezirkschef geschafft hatte.
Mit Blumen gehörte die SPD-Bundestagsabgeordnete Schwall-Düren, die Stinkas Karriere an der Spitze der Kreispartei maßgeblich mit gefördert hatte, zu den ersten Gratulanten. Und mit ihrer Rede, die den Rahmen eines Grußwortes deutlich sprengte, hatte sie vorab auch schon für die rechte Stimmung gesorgt: „Wir brauchen die Geschlossenheit“, rief sie den Delegierten zu. Es müsse Schluss damit sein, „dass wir 90 Prozent unserer Zeit damit verbringen, uns selber zu kritisieren“, ermunterte sie die Genossen mit Blick auf die Wahljahre 2009 und 2010, den politischen Gegner in den Blick zu nehmen und trotz aller Umfragen und Unkenrufe Selbstbewusstsein an den Tag zu legen: „Wir haben in der großen Koalition viel erreicht.“