Auch kleine Tage sind schön

Die wunderschönen bunten Kostüme und das Bühnenbild, vor dem die kleinen Sängerinnen und Sänger agierten, verzauberten die Zuschauer.
Die wunderschönen bunten Kostüme und das Bühnenbild, vor dem die kleinen Sängerinnen und Sänger agierten, verzauberten die Zuschauer.
(Foto: Dieter Klein)


Havixbeck - „Es war einmal. . .“ So fangen alle Märchen an, auch das vom „Kleinen Tag“ von Wolfram Eicke, um dessen Texte Rolf Zuckows­ki ein zauberhaftes Musical komponiert hat. Ein Musical für Kinder. Nach monatelangen Proben wurde es unter der Regie von Irmhild Weiper am Wochenende im Forum von den Haho-Tönchen und den HaHo-Singers vor voll besetztem Haus zweimal aufgeführt. Und wie es begeisterte. Da strahlten die Kinderaugen der kleinen Sänger und Sängerinnen mit denen im Publikum um die Wette.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Irgendwo in den Sternen leben die Tage und warten auf ihre Reise zur Erde. Und jeder, der schon einmal da war, berichtet von Rekorden und Explosionen, von Stars und Sensationen. Nur „der kleine Tag“ (Lisa Nawarra und Annika Schwinn), in diesem Fall der 23. April, war noch nie bei den Menschen und kann nichts erzählen.


Doch dann kommt auch für ihn die Zeit. So fliegt er zum blauen Planeten Erde, hockt sich still hinter eine kleine Wolke, lauscht und beobachtet. Er hört lärmende Bauarbeiter, sieht Menschen beim Umzug, einen Jungen mit einer E-Gitarre, ein verliebtes Pärchen, eine Schulklasse in rotkarierten Röcken und erfreut sich vor allem an den kleinen Blumen auf der Wiese.

Als er dann zurück in seine Sternenwelt kommt, ächten die anderen Tage ihn, weil er von keinem dramatischen Ereignis zu berichten weiß. Aber langsam dämmert es den anderen Tagen dann doch, wie feinfühlig und voll von kleinen Zärtlichkeiten ein Tag auch sein kann - und schenken von da an auch dem „kleinen Tag“ ihre Beachtung.

All das bringen die beiden Kinderchöre so liebenswürdig rüber, dass es ein Vergnügen ist, zuzuhören - und zuzuschauen. Denn auch die selbst gefertigten Kostüme sind lauter Beweise von Mutterliebe und kindlicher Fantasie. Die süßen Blumenmädchen, die Mini-Handwerker, die engelgleichen Tage in der Ewigkeit, ja sogar ein paar Bäume, Jungen mit ein paar Zweigen auf dunklem Stoff, die sich mit ihren Ästen (sprich: Armen) leicht im Wind bewegten, vergnügten.

Für den Gesang hatte Irmhild Weiper mit Sachkenntnis ausgesucht und an den Stimmen der 70 kleinen Sängerinnen und Sänger gefeilt. Viele traten gleich in mehreren Rollen auf. Die wichtigsten, die Tage, die fast alle in Soloauftritten neben dem „kleinen Tag“ glänzten, wurden gespielt von Jan Luka, Lara Pappai, Miriam Paffrath, Ida Kolling, Anna Bergmoser, Jakob Schäfers, Johannes Schäfers, Lena Possenriede, Sarah Dirks, Nina Sievert, Valejo Otero, Julia Both, Hannah Humpohl, Thomas Kramer, Leon Schütz und Lennart Terhaar. Mit den übrigen vielen kleinen Sängern sangen sie sich alle in die Herzen des Publikums.

VON DIETER KLEIN, NOTTULN

28 · 02 · 10



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