„Es kommt auf die Person an“

„Wir nehmen gerne vorzugsweise Hauptschüler. “ Stefan Hamann während seines Vortrages vor den Schülern der Kardinal-von-Galen-Schule. Foto:
„Wir nehmen gerne vorzugsweise Hauptschüler. “ Stefan Hamann während seines Vortrages vor den Schülern der Kardinal-von-Galen-Schule. Foto:
(Rupert Joemann)


Schöppingen - Das dürften die Neuntklässler der Verbundschule gerne gehört haben. „Wir suchen händeringend neue Leute“, warb Stefan Hamann, Geschäftsführer der Schöppinger Shopware AG, bei einer von der Kolpingsfamilie organisierten Berufs-Infoveranstaltung vor den Hauptschülern für sein Unternehmen.

Gleichzeitig machte er den Schülern Mut. „Für uns sind die Schulnoten nicht ausschlaggebend“, sagte der 26-jährige erfolgreiche Jungunternehmer. Vielmehr komme es auf Kreativität und Vorkenntnisse an. Hamann weiß, wovon er spricht. Der Geschäftsmann besuchte selbst die Kardinal-von-Galen-Schule. 1991 bekam er von seinen Eltern seinen ersten Computer geschenkt - einen C 64. „Eigentlich wollte ich eine Spielkonsole haben“, erinnerte sich Hamann an die Anfänge.


Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen, das seinen Kunden eine Software zur Verfügung stellt, mit denen diese einfach einen professionellen Online-Shop eröffnen können, 18 Mitarbeiter. Davon 50 Prozent Hauptschüler. Bei den Auszubildenden in den Sparten Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, Mediengestalter und IT-System-Kaufmann/Kauffrau sieht die Quote noch besser aus. Von fünf Lehrlingen verfügen vier über einen Hauptschul-Abschluss.

„Wir nehmen gerne vorzugsweise Hauptschüler“, sagte Stefan Hamann. Vor allem die menschliche Komponente sei ihnen wichtig, wichtiger als die reinen Noten. „Es kommt immer auf die Person an“, so der 26-Jährige. Er selbst habe auch schon festgestellt, dass sich die Lehrlinge rasch entwickelten. Entscheidend sei das Interesse an dem Beruf.

Grundsätzlich, so Hamann, setze sein Unternehmen auf die Ausbildung eigener Kräfte. „Es herrscht in der Region ein Fachkräftemangel“, weiß er aus Erfahrung. Und das gelte nicht nur für seine Branche. „Die eigene Ausbildung ist das A und O.“

Stefan Hamann selbst fing im Jahr 2000, während seiner Schulzeit, zu Hause an: „Das Büro war bei mir im Schlafzimmer.“ Nach der Hauptschule besuchte der Schöppinger die Höhere Handelsschule und absolvierte eine Ausbildung. Seit 2004 ist er ganz ins Unternehmen eingestiegen. Derzeit hat sich die Shopware AG einen Stamm von europaweit 800 Kunden aufgebaut, die über Vertragspartner betreut werden, berichtete Hamann.


09 · 03 · 10



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