-bel- Gronau. Im Krankenhaus sind sie immer in Bewegung: Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern. Tag für Tag haben ihre Linke und ihre Rechte tausendfachen Kontakt mit Patienten, Gerätschaften, Spritzen. Die Rede ist von den menschlichen Händen.
In den Behandlungszimmerm, im OP, auf den Fluren – überall lauern verschiedene Krankheitserreger. Die meisten davon fühlen auf den menschlichen Händen ganz wohl und finden so einen Verbreitungsweg.
Da hilft nur eines: desinfizieren. „Und zwar regelmäßig und richtig“, weiß die Hygienefachkraft des Lukas-Krankenhauses, Milica Djuric-Wucherpfenning. Gestern war der große Auftakt zur Aktion „Saubere Hände“, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Jahresanfang weltweit vorantreibt. Allein in Deutschland beteiligen sich 250 Krankenhäuser daran und auch das Lukaskrankenhaus hat bereits die erste Phase abgeschlossen: „In den letzten Monaten haben wir auf allen Stationen 200 Beobachtungen gemacht, um heraus zu finden, wie bei uns im Haus die Handesinfektion gemacht wird.“ Dieses Datenmaterial wurde an das Robert-Koch-Institut weitergegeben, das eine Auswertung des Hygienemittelverbrauchs auf 1 000 Patiententage berechnet.
Ab gestern wird das über 200 Köpfe zählende Krankenhausteam – von der jungen Schwesternschülerin bis zum Chefarzt – in zahlreichen Workshops über die Händedesinfektion informiert.
Nach diesen Schulungen wird noch einmal der Desinfektionsstand erhoben und dann verglichen, inwieweit sich die Situation verbessert hat. Die WHO fordert zu mindestens fünf Zeitpunkten eine obligatorische Desinfektion: Vor nicht keimfreien Tätigkeiten, nach Kontakt mit infektiösem Material, nach dem Kontakt mit Dingen in umittelbarer Patientenreichweite und natürlich vor und nach dem direkten Kontatk mit dem Patienten.
Und genau darauf sollten die modernen Patienten auch achten, empfiehlt die Hygiene-Expertin: „Jeder kann seinen Arzt fragen, ob der sich schon die Hände desinfiziert hat.“