Gespräche statt erhobener Zeigefinger

Medienpädagoge Leo Cresnar (r.), selbst Vater von zwei Söhnen, informierte die Eltern über den richtigen Umgang ihrer Kinder mit Medien.Foto:
Medienpädagoge Leo Cresnar (r.), selbst Vater von zwei Söhnen, informierte die Eltern über den richtigen Umgang ihrer Kinder mit Medien.Foto:
(Angelika Hoof)


Gronau - Internet, ICQ, Schüler VZ - das sind die Plattformen, in denen sich Schüler heutzutage informieren, verabreden, präsentieren und austauschen. Doch können Jugendliche tatsächlich die Reichweite ihres Wirkens überschauen? Wissen sie, wo Gefahren im Netz lauern? „Im Normalfall nicht“, erklärt Leo Cresnar von der evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg in aller Deutlichkeit. „Mit Hilfe von Kursen und Seminaren versuchen wir regelmäßig, Jugendliche für diese Dinge zu sensibilisieren. Insbesondere die Jüngsten liegen uns da am Herzen. Ebenso wichtig wie die Arbeit mit den Schülern, ist aber auch die Aufklärung ihrer Eltern“, so Cresnar.

Aus diesem Grund hatte die Schulpflegschaftsvorsitzende der Fridtjof-Nansen-Realschule, Claudia Groll, Eltern der Fünft- bis Siebtklässler am Dienstag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Medienpädagoge Leo Cresnar, selbst Vater von zwei Söhnen, ist einer der zahlreichen Referenten der Initiative Eltern und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und des Adolf Grimmer Institutes (Marl), die pro Jahr rund 800 Elternabende in NRW abhalten.



Der Vortrag „Eltern und Medien“ sollte Eltern motivieren, genauer hinzuschauen, auf welchen Seiten sich ihre Kinder im World Wide Web bewegen und welche (persönlichen) Informationen sie über sich preisgeben. „Jugendliche stacheln sich mitunter gegenseitig auf, coole Bilder oder Filme von sich ins Internet zu stellen und schrecken dabei auch nicht davor zurück, persönliche Daten zu hinterlegen. Dabei verdrängen oder vergessen sie nur zu oft, dass das Internet kein mit einem Schloss versehenes Poesiealbum ist. Das Netz vergisst nichts!“, betonte Cresnar.

Anstatt den Zeigefinger zu heben und Verbote auszusprechen sei es sinnvoll, mit den Kindern zu reden und sie auf die Gefahren aufmerksam zu machen. „Kinder und Eltern müssen lernen, dass das Netz aber auch sehr viel Positives zu bieten hat, das man sich zu Nutzen machen kann. Kinder, die dem Alter entsprechend an dieses Medium herangeführt werden, lernen automatisch, damit auch sorgsam umzugehen. Eigene Benutzerkonten für Jugendliche, eine Google-Startseite für Kinder (wie Blinde-Kuh.de oder Fragfinn.de) und Jugendschutzfilter helfen Ihnen, den Internetzugang für Ihre Kinder einigermaßen sorgenfrei zu gestalten.“

VON ANGELIKA HOOF, GRONAU

05 · 11 · 09



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