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Christopher Nolan: Das Genie hinter "Inception"

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Beim ihm klauen Leonardo DiCaprio und Ellen Page („Juno“) in „Inception“ Gedanken und pflanzen sie anderen Menschen ein. Er entwickelt mit seinen Filmen einen Strudel von Eindrücken, die fesseln und bedrücken. Christopher Nolan, der auch „Batman - The Dark Knight“ inszeniert hat, setzt Maßstäbe, wenn es um gute Thriller geht.

In „Inception“, dem intelligentesten Blockbuster der Saison, lässt er Informationsdiebe in fremder Leute Träumen herumspuken und Parallelrealitäten zusammenfalten. Auch zuvor schon war der Brite Christopher Nolan Meister darin, groß angelegte Filme „anders“ zu drehen. Mittlerweile ist er der möglicherweise wichtigste Regisseur Hollywoods.


Am heutigen Freitag wird Nolan 40. Und es ist kaum zu fassen, was er da in den letzten zwölf Jahren schon geschaffen hat: Seit seinem ersten Film, dem mit ein paar wenigen Münzen finanzierten und in Schwarzweiß gedrehten Stalker-Krimi „Following“, hat er einen der absoluten Kultfilme der Nullerjahre gedreht („Memento“), feinstes Schauspielerkino geschaffen (Al Pacino im Schlaflosigkeitsreißer „Insomnia“, Hugh Jackman im famosen Magierdrama „Prestige“) und der Comic-Verfilmung zu neuen Ehren verholfen - indem er die belanglos gewordene „Batman“-Reihe mit „Batman Begins“ resettete und dann mit „The Dark Knight“ auf den Zenit führte. Plötzlich war die Cartoon-Welt wieder abgründig. Und feuilletontauglich.


Szene aus dem Kinofilm "Inception" von Christopher Nolan mit Leonardo DiCaprio  und Ellen Page.
Szene aus dem Kinofilm "Inception" von Christopher Nolan mit Leonardo DiCaprio und Ellen Page.
(Foto: Warner)


Kein Wunder, denn Nolan ist Akademiker: Er studierte Literatur, war nie auf einer Filmschule. Und schon seit seinem Debüt gilt er als Fachmann für komplizierte, aber ungemein spannend erzählte Thriller. Niemand muss sich schämen, der „Memento“, die in knappen Fragmenten inszenierte Spurensuche eines Mannes mit extremem Kurzzeitgedächtnis, beim ersten Mal nicht vollends durchstiegen hat: Jedes neue Sehen bringt Gewinn.

»Kino als Sudoku-Blockbuster«

Das gilt auch für „Inception“, bei dem die Protagonisten um Leonardo DiCaprio und Joseph Gordon-Levitt von Unterbewusstsein zu Unterbewusstsein und darin dann auch noch von Level zu Level springen. Wer das nicht konzentriert mitverfolgt, läuft Gefahr, den fast mathematisch gesponnenen (Traum-)Faden zu verlieren: Kino als Sudoku-Blockbuster.


Christopher Nolan ist der Kopf hinter "Inception".
Christopher Nolan ist der Kopf hinter "Inception".
(Foto: dpa)


Ellen Page, mit von der Schlaf-Partie, fragt einmal ironisch besorgt: „In wessen Bewusstsein springen wir jetzt noch mal?“ Leicht hat Nolan es dem Zuschauer nie gemacht. Sein Entertainment hat Grips, doofe Action überlässt er anderen. Am Set sei der Mann, der immer wieder mit Lieblingsschauspielern wie Michael Caine, Christian Bale oder Cillian Murphy zusammenarbeitet, übrigens stets ruhig und gelassen, heißt es. Seinen dunklen Anzug ziehe er nie aus. Aber Grund zur Besorgnis hat er wohl auch nicht: „Inception“ steht schon wieder unangefochten auf Platz eins der US-Charts.


29 · 07 · 10


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