CINE-LENZ_
"Green Zone": Auf der Leinwand herrscht Krieg

VIDEO

Das „Bourne“-Gespann Paul Greengrass (Regie) und Matt Damon (Star) blättert in „Green Zone“ die US-Invasion in den Irak anno 2003 als Verschwörungsthriller auf: Matt Damon muss im Film raus aus der „grünen“ Sicherheitszone in Bagdad, um Massenvernichtungswaffen zu suchen - bis er merkt, dass er darüber getäuscht worden ist.

Irak und Kriegsirrtümer: Über so etwas wollte das US-Publikum seit dem Einmarsch in den Saddam-Staat auf der Leinwand nichts wissen. Kein Wunder, ließen sich daraus angesichts des steten Stroms an US-Soldatenleichen, die zurück in die Heimat geschickt werden, doch keine kassenträchtigen Heldengeschichten stricken.


Auch „The Hurt Locker“ war ja kein Hit. Obwohl Regisseurin Kathryn Bigelow auf politische Stellungnahmen verzichtete und sich ganz auf den lebensgefährlichen Alltag amerikanischer Bombenschärfer im Irak konzentrierte. Ein Leben im Wüstenstaub, stets eine Millisekunde vor der Explosion: Der Film ist extrem spannend, endet aber ernüchternd: Krieg als Sucht für seine entwurzelten Beteiligten.

Die große Preiswelle, die dieses „Tödliche Kommando“ (so der deutsche Titel) jetzt bekommen hat, war wohl fällig. Die meisten thematischen Vorgänger hatten es da schwerer. Rückkehrer-Dramen etwa, die sich mit den psychischen Auswirkungen der Kriegsgräuel befassten - wie „Im Tal von Elah“ mit Tommy Lee Jones - hatten keinen Erfolg.


In "Green Zone" müssen US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen.
In "Green Zone" müssen US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) und sein Team im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen.
(Foto: Universal)


Auch politische Analysen wollte kaum einer sehen: Robert Redfords Afghanistan-Kaleidoskop „Von Löwen und Lämmern“ ging ebenso unter wie Brian De Palmas medienkritische Montage „Redacted“ oder Oliver Stones Bush-Porträt „W.“ Und Hinterbliebenen-Tragödien wie „Grace Is Gone“ waren fürs große Publikum zu traurig. Blieb fast nur Michael Moores Rundum-Polemik „Fahrenheit 9/11“, das Konsens-Manifest aller Kriegsgegner.

Seither überzeugen leise Filme wie „The Messenger“ (Start: 3. Juni). Woody Harrelson muss darin, oscarnominiert, Soldatenangehörigen Todesnachrichten überbringen. Ob für ihn oder jetzt für Matt Damon die Zuschauer tatsächlich ins Kino strömen werden, bleibt aber fraglich. Immerhin gehen in „Green Zone“ spannungsfördernd Bomben hoch. Wie in „Hurt Locker“.

VON GIAN-PHILIP ANDREAS

11 · 03 · 10



kommentar

WERBUNG


LENZ-RADIO.DE
Neues Webradio digital serviert auf www.lenzradio.de


© Westfälische Nachrichten - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap | FAQ
Media-Daten | Netiquette

www.doolao.net | www.yangofamily.de | www.westline.de | www.stadtpilot.de | www.lenzradio.de | www.studentenpilot.de