Seine Kriege sind leise. Die Fronten verhärten sich mit einem Tonart-Wechsel, der mit der Harmonie bricht. „Wenn du mehr Liebe willst, warum sagst du es dann nicht?“, fragt John Mayer und lässt seine Frage in Gitarrenriffs verschwimmen. Die bittersten Krisen sind eben die stillen, die man in sich hineinfrisst. Ihren Soundtrack hat John mit „Battle Studies“ geschrieben.
Kein Konzeptalbum, aber schon eine Sammlung echt schöner Songs, die in ihrem Fluss das so heftige Vokabular von Krieg und Konflikt kontinuierlich verwenden. Während im politischen Leben eine Diskussion entsteht, wenn ein Verteidigungsminister das Wort „Krieg“ in den Mund nimmt, zündet Mayer eine Bombe nach der anderen. Verbal. Dahinter steht natürlich eine Verletzlichkeit, die nur wenige so authentisch und mit wenigen Mitteln besingen können wie der siebenfache Grammy-Preisträger.
Eingespielt hat er die ersten Versionen der elf Songs in der Isolation seines kalifornischen Hauses - eine innere Einkehr, die man durchaus hört, wenn es beispielsweise in „Who says“ so rauscht wie in Norah Jones´ ersten Songs, in denen sie den New Yorker Regen vertonte. Wie selbstverständlich verwischen Genres. Überraschend, aber nicht unpassend kommt dagegen die kantige neue Version des Hits „Crossroads“ daher. Und fast schon fix und beschwingt klingt da beispielsweise das Duett mit Taylor Swift. Und einprägsam ist es noch obendrein - auf eine sehr charmante, weil entspannte Art, denn keiner der beiden spielt sich in den Vordergrund. Definitiv ein Kandidat für die besten Geschenke zum Valentinstag.