Der Baegert-Altar
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Münster - Unvergessen: Die erste Frage, die der inzwischen emeritierte Kunsthistoriker Prof. Dr. Georg Kauffmann einmal den Erstsemestern stellte, lautete: „Haben Sie die Bibel gelesen?“ Die einen waren kurz irritiert, die anderen nachhaltig geschockt... mehr...

Münster - Davon träumt jede Schwangere: Das Kind ist gerade geboren, lächelt lebensfroh, kann schon aufrecht sitzen, und bei der Mutter von Strapazen keine Spur. Ein bisschen Suppe? „Ach nein, ich fühl´ mich fit.“ Der Himmel fängt auf Erden an. Das muss Baegert den Leuten klar machen... mehr...

Münster - Da hat der arme Mann sein halbes Vermögen dem Tempel schenken wollen (abgelehnt), 40 Tage in der Wüste gefastet (ergebnislos), und endlich hat seine Frau Anna in hohem Alter ihm doch noch das lang ersehnte Kind geboren - da soll die kleine Maria mit ihren drei Jahren schon dem Tempel ... mehr...

Münster - Die dritte Tafel des Marienzyklus thematisiert ein überaus heikles Thema - damals wie heute: die Jungfrau Maria mit einem Mann verbunden. Um den Gläubigen das Glauben an das wundersame Wirken Gottes auf Erden etwas zu erleichtern, eilten zahlreiche Legenden zu Hilfe... mehr...

Münster - Es ist ein ganz intimer Augenblick, an dem der Betrachter in Baegerts „Mariä Verkündigung“ teilnimmt - auch wenn eine solche Empfindung heute reizüberfluteten Vertretern einer modernen materialistischen und zudem öffentlichen Gesellschaft erschwert wird... mehr...

Münster - Zwei Frauen treffen sich - mehr ist nicht. Könnte man meinen. „Mariä Heimsuchung“ erzählt die Begebenheit, dass Maria, die just vom Erzengel Gabriel von ihrer Empfängnis erfahren hat, sich auf den Weg zu ihrer wesentlich älteren Verwandten Elisabeth macht... mehr...

Münster - Die Geburt Jesu - das wichtigste Bild. Könnte man meinen vor allem in der Weihnachtszeit. Im achtteiligen Marienzyklus ist die Tafel allerdings nur eine unter „ferner liefen“ (immerhin oben ganz rechts). Dieser Zyklus allerdings, der außer an Festtagen (also die meiste Zeit) zu sehen war... mehr...

Münster - Ist das Kind da, wird es getauft. So ist das heute. Aber Jesus und seine Eltern waren fromme Juden. Also gingen sie zu ihrem Allerheiligsten, um Marias Erstgeborenen Gott vorzustellen und zu weihen. Gemäß der Tradition musste Jesus nach 40 Tagen im Tempel durch ein Opfer... mehr...

Münster - Es ist das letzte Bild des Marienzyklus´ vom Baegert-Altar. Das ist selbstverständlich die Krönung. Denn gezeigt wird nicht Marias Tod, nicht ihre Himmelfahrt und erst recht nicht, wie drei heilige Könige ihrem Sohn huldigen. Der Lebensweg Mariens, der mit ihrer gnadenreichen Geburt begann... mehr...

Münster - Mit dem „Einzug in Jerusalem“ wird´s ernst. Der Passionszyklus beginnt. Diese acht Tafeln wurden ausschließlich an den entsprechenden Festtagen gezeigt. Da der mittlere Teil im Laufe der Geschichte verloren gegangen ist, kann nur spekuliert werden... mehr...

Münster - Der Vergleich liegt nahe, ist aber unfair: Jan Baegert malt sein Abendmahl fast genau zehn Jahre nach der bislang berühmtesten Version von Leonardo da Vinci, mit der das Universalgenie 1495 begann. Aber genauso wie der Italiener hat sich auch der Norddeutsche von jenem berüchtigten... mehr...

Münster - Jesus kennt seine Menschen: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ So heißt es im Markus-Evangelium, und Baegert hat beides auf die Tafel gebracht. Aber die Achtsamkeit will geübt sein... mehr...

Münster - Wo spielt diese Szene? Und wer sind die beiden Herren links? Diese Fragen stellen sich in Baegerts „Verspottung Christi“. Findet sie bei den Römern oder bei den Juden statt? Je nachdem, wird die Schuldfrage anders gewichtet. Es spricht einiges dafür... mehr...

Münster - Da hocken sie zusammen, all die ungläubigen Männer, die nicht zuhören können. Drei Frauen haben den Auferstandenen bereits gesehen. Und sie haben geglaubt. Ihnen aber glaubt man ja nicht. Simon Petrus war ebenfalls bereits am leeren Grab. Hat nichts genutzt... mehr...

Münster - Es klingt nach Spektakel, war aber keines. Es klingt nach Zauberei, war aber keine. Wie stellt man ein überirdisches Geheimnis dar, wie den endgültigen Einzug eines Menschen in die göttliches Herrlichkeit? Entweder man vertraut sich überbordender Fantasie an oder man hält sich zurück... mehr...


Münster - Und wieder sitzen die zwölf im Abendmahl-Saal, das dritte und letzte Mal auf Baegerts 16 Altartafeln. Beim „letzten Abendmahl“ vor der Kreuzigung stehen im Mittelpunkt des Raumes der Abschied vom alten Tieropfer und das Einsetzen von Jesus selbst als „Lamm Gottes“... mehr...

Münster - „Das Jüngste Gericht“: Hier darf Baegert mal den Künstler in sich von der Leine lassen - ein klitzekleines bisschen. Es ist das einzige Bild der 16 Tafeln, das keine aufgemalten Rahmenelemente hat, so als sollte hier jeglicher Rahmen gesprengt werden... mehr...



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