Bielefeld - Wer immer noch an die sogenannte Bielefeldverschwörung glaubt, nach der Bielefeld nicht existiert, der könnte spätestens auf der A 2 eines Besseren belehrt werden. Dort steht seit dem 11. Dezember 2008 die fleißigste Blitzanlage Deutschlands. Pro Woche fotografierte die Anlage in ihren besten Zeiten 4000 Fahrer. Das sind im Schnitt 571 am Tag, 23 in der Stunde, alle drei Minuten eine Aufnahme. Jüngst haben sich die Zahlen halbiert - womöglich wegen des Wetters. Trotzdem: Aus den 283 917 Fotos wurden rund 100 000 Bußgeldbescheid. Die anderen sind technisch nicht okay, von Ausländern, die deutsche Ordnungsbehörden nicht verfolgen können, oder aus anderen Gründen nicht zu gebrauchen. Keine andere Anlage in Deutschland fotografiert öfter - und spült der Stadt Bielefeld jede Menge Geld in die Kasse.
Bevor die Radarfallen installiert wurden, war die Stadt noch von drei Mitarbeitern ausgegangen, die den Papierkram erledigen mussten. „Da waren wir wohl ein bisschen blauäugig“, sagt Dietmar Schlüter, Sprecher der Stadt, ein gutes Jahr später. Stattdessen sind jetzt 27 Juristen in einem extra angemieteten Bürogebäude mit nichts anderem beschäftigt, als die Bescheide zu verschicken, sich mit Anwälten zu streiten und auf die Einhaltung von Fristen zu achten.