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Port-au-Prince - Der Präsidentenpalast ist wie ein Kartenhaus zusammengestürzt, das Wirtschaftsministerium zerbröselt und das Finanzministerium ein Haufen Schutt. Präsident Rene Preval hat sich zum Flughafen zurückgezogen, die Polizei ist faktisch verschwunden, und die UN-Soldaten patrouillieren mit gepanzerten Wagen und aufgesetzten Maschinengewehren in der Stadt. „Haiti ist am Ende“, ist sich Gerard sicher.
Der gebürtige Haitianer ist vor einigen Jahren in die USA ausgewandert, hat sich dort als IT-Fachmann niedergelassen und kam zurück, um bei den Maltesern zu helfen. „Ein kleiner Funke reicht und Haiti brennt“, ist er sich sicher. Die Sicherheitslage ist höchst angespannt. Immer wieder kommt es zu Übergriffen bei der Ausgabe von Nahrungsmitteln. Die Arbeitslosigkeit liegt momentan bei fast siebzig Prozent. Die Preise steigen rapide. In der Zeit nach dem Beben lagen die Benzinpreise bei über zwanzig Dollar pro Liter. Lebensmittelpreise haben sich teilweise verzehnfacht.
Schon vor dem Erdbeben war Haiti gefährlich. Entführungen gehörten zur Tagesordnung. „Teilweise waren es 60 bis 70 Kidnappingfälle pro Tag“, schildert Gerard die Kriminalität in Port-au-Prince, „Kriminalitität und Gewalt gehören zur Tagesordnung. Die Menschen sehen oft keinen anderen Weg. Wenige reiche Familien beherrschen die Wirtschaft. So kann man keinen Staat aufrechterhalten.“
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Die Malteser-Chefin in Port-au-Prince, Beate Maass, war selbst Zeugin eines Mordes. Direkt vor ihrem Auto wurde ein Mensch erschossen. „Niemand kümmerte sich darum“, beschreibt sie den Fall, "die nächste Aufgabe wird es sein, einen Sicherheitsdienst für unser Büro zu engagieren."






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