Münster - Tiefgefroren und verpackt in gewöhnlichen Gitterboxen sind gestern die ersten beschädigten Dokumente aus dem Kölner Stadtarchiv in Münster angekommen. Im Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe werden die teilweise einige Hundert Jahre alten Archivalien in den kommenden Wochen gefriergetrocknet und so in einen Zustand versetzt, der ihre Restaurierung überhaupt erst möglich macht. „Dass wir hier in Münster den Kollegen in Köln helfen, ist doch selbstverständlich“, sagte das besonders betonend Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Thale.
Es wirkt der alten, teilweise äußerst wertvollen Dokumente fast schon unwürdig, wie sie da in Münster ankommen müssen. Auf einem Pkw-Anhänger liegen sie in zwei der Metallkisten. Eiskalt sind die kostbaren Bücher und uralten Akten, eilends eingewickelt in Cellophanpapier und so notdürftig geschützt. Unter normalen Umständen hätten sich die Archivare die Haare gerauft. 8,5 Tonnen umfasst die erste Lieferung. Sämtliche Unterlagen sind in den vergangenen Tagen bei der Humana-Milchunion in Everswinkel tiefgefroren worden - „bei minus 30 Grad Celsius, damit die von Grundwasser und Regen völlig durchnässten Papiere nicht vom Schimmelpilz befallen werden“, sagt Dr. Marcus Stumpf, der Leiter des Archivamtes.