WAS FÜR DIE DDR TYPISCH WAR_
Die jüngste Geschichte
Zwei Jahrzehnte nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland versinkt ihre Geschichte im Loch des Vergessens. „Erinnerungsorte der DDR“ kommt da genau richtig, um einerseits einer nostalgischen Verklärung der ehemaligen DDR (etwas) gegenzusteuern und andererseits das Wissen um die DDR aufzufrischen. Dieses Buch ist eine Art deutsch-deutsches Geschichtsbuch der jüngsten Geschichte.

Eine ganze Reihe von Autoren hat dabei einzelne Kapitel aufgearbeitet. Das reicht von „Pankow“ (Synonym für das DDR-Regime) über Bautzen bis zur Stasi. Natürlich ist Buchenwald vertreten und der Palast der Republik. Wer im Westen weiß irgendetwas über Eisenhüttenstadt, diese Neugründung aus der sozialistischen Retorte. Oder was „Bückware“ war. Natürlich gibt es Legenden wie den Trabant oder das Sandmännchen, es gibt gemeinsame Ost-West-Erinnerungen an die Transitautobahn oder die Mauer. Und es werden die kleinen Freiheiten beschrieben wie der Urlaub an der Ostsee.


Wer weiß in 20 Jahren noch, dass es die DDR überhaupt mal gegeben hat? Das sind aber 40 Jahre Geschichte der Ostdeutschen, die einfach weggebrochen sind. Man kann diesem Buch nur wünschen, dass es eine weite Verbreitung finden sollte.

» Martin Sabrow (Hg.): Erinnerungsorte der DDR. Verlag C.H. Beck, München; 620 Seiten mit 54 Abbildungen; 29.90 Euro.

Erhard Obermeyer


05 · 04 · 10



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