"Wacken Open Air" 200 Hardrock-Fans im Krankenhaus behandelt

Heavy-Metal-Fans stehen in der ersten Reihe.
Heavy-Metal-Fans stehen in der ersten Reihe.
(Foto: dpa)


Wacken - Martialische Klänge und 70 000 Menschen in friedlicher Feierlaune - Das nach Veranstalterangaben weltgrößte Heavy Metal Festival auf dem Lande hat nicht nur die Fans begeistert. „Das Wacken Open Air (WOA) hatte etwas von Woodstock“ sagte Polizeisprecher Michael Baudzus am Sonntag: Er erlebte drei Tage lang eine so „friedvolle Atmosphäre“, wie sie bei den vielen harten Kerlen kaum jemand vermutet hätte.

Mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel hatten mehrere Dutzend Bands das ansonsten beschauliche Dorf Wacken im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg von Donnerstag bis Samstagnacht beschallt. Dabei spielten die Musiker zum Teil gleichzeitig auf mehreren Freilichtbühnen.

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Dabei sah es für die Mega-Party im Freien kurz vor Beginn noch gar nicht gut aus: In den Wochen vor dem Festival hatte es Dauerregen gegeben: 350 Liter Regen waren laut Veranstalter pro Quadratmeter gefallen und hatte auf dem zu Park- und Campingplätzen umfunktionierten Koppeln und Feldern zum Teil knöcheltief Schlamm stehen lassen.

Schon bei der Anfahrt am Mittwoch machten die Fans Party, weil sie noch nicht auf das Gelände konnten. Ihre Autos stauten sich viele Kilometer vor dem Festival-Gelände. „Es führen viele Wege nach Rom, aber nur einer nach Wacken“, sagte Baudzus. Die Metal-Fans machten das Beste aus dem Verkehrs-Chaos: Sie stellten Sofas - die traditionell zum WOA mitgenommen werden - auf die Fahrbahn und warfen den Grill an. Die Polizei sperrte daraufhin vorsorglich die zum FestGelände umfunktionierte A 23 mehrere Stunden lang weiträumig in beide Richtungen.

Am frühen Sonntagmorgen um 3.00 Uhr endete das 18. „Wacken Open Air“ so friedlich wie die spontane „Autobahn-Party“. Die zwölf Ärzte, 80 Rettungsassistenten und 154 Helfer hatten nicht übermäßig viel zu tun. Sie mussten 2500 Mal Hilfe leisten. Dabei ging es auch in diesem Jahr meistens um die Folgen übermäßigen Alkoholgenusses oder Verletzungen durch Stürze. 200 Hard-Rock-Fans kamen für kurze Zeit ins Krankenhaus. Die Polizei zählte insgesamt 300 Einsätze, „meist Hilfeleistungen beim Wiederfinden vermisster Personen oder verlorener Gegenstände.“ Dazu kamen 35 Anzeigen wegen Diebstahls und acht wegen Körperverletzung. „Bei mehr als 70 000 Menschen und Strömen von Alkohol Zeichen für ein äußerst friedliches Fest“, zog Baudzus Bilanz.

„Es war friedlich wie auf einem Kirchentag“, bestätigte ein Mitarbeiter der Security-Crew. Lediglich die Feuerwehr hatte am Abreisetag wieder alle Hände voll zu tun. Sie mussten wegen des mittlerweile traditionellen Abbrennens der Zelte auf den Campingplätzen immer wieder ausrücken.


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